Schlüsseldienst vom Amtsgericht Radolfzell wegen Wucher verurteilt

Das Amtsgericht Radolfzell verurteilt den Mitarbeiter eines Schlüsseldienstes auf Grund überhöhter Rechnungen.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann  in zwei Fällen unzulässig hohe Vergütungen von seinen Auftraggebern verlangt hat. Einer der Fälle geschah in Gaienhofen, wo ein Ehepaar den Schlüsseldienst zu Hilfe gerufen hatte, als man sich ausgeschlossen hatte. Dabei steckte der Schlüssel von innen. Zwei Stunden später war der herbeigerufene Mann vor Ort. Nach Minuten war die Tür geöffnet. Für seine Dienste stellte der Schlüsseldienst 497,42 Euro in Rechnung, die der Kunde umgehend per EC-Karte bezahlte. Das war diesem jedoch viel zu teuer und erstattete Anzeige wegen Wuchers. Zu Recht, wie sich jetzt herausstellte.

Ein Gutachter attestierte einen marktüblichen Preis in dieser Region von 222,77 Euro für solche Dienste. Wenn dieser deutlich überschritten wird, wie das in diesem Fall gegeben war, spricht man von Wucher. An einem zweiten Ort hat der gleiche Schlüsseldienst ebenfalls kräftig zugelangt. Dort hatte er 721,14 Euro von dem Auftraggeber verlangt, nachdem er sogar den Schließzylinder der Tür zerstört hatte. Auch hier lag er mit seinen Forderungen mehr als doppelt so hoch über den üblichen Preisen. Der Strafbefehl gegen den Schlüsseldienst sieht für beide Fälle einen Betrag von insgesamt 3600 Euro vor. Dafür muss der Schlüsseldienst erst einmal wieder einige Türen öffnen.

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